Unsere Philosophie des Orgelbaus

 

Das Grenzgebiet der Eifel, in dem sich Deutschland, Belgien und die Niederlande begegnen, hat – bereichert durch französische Einflüsse – seine eigene Orgellandschaft hervorgebracht. Diese „Rhein-Maasländische Orgellandschaft“ kennzeichnet einen Orgeltypus mit ganz besonderen Merkmalen:  Französisch orientierte Flöten, Cornette und kräftige Zungenstimmen erscheinen selbstverständlich. Ebenso gehören die voll und rund tönenden, nach Brabanter Vorbildern gefertigten Prinzipale dazu. Die „singende Aussprache“ der hiesigen Bewohner schlägt sich in der Intonation unserer Instrumente nieder. Zusammen mit einem frei atmenden, auf das Vokale ausgerichteten Windsystem geht sie eine einzigartige Synthese ein.

Goldener SchnittQualifizierten und kreativen Orgelbau zu betreiben, bedeutet zunächst unendlich viel Erfahrung zu sammeln. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Weimbs Orgelbau gewinnen sie in erster Linie durch zahlreiche Restaurierungen von Instrumenten verschiedener Epochen, Stile und Systeme. Aus diesem Erfahrungsschatz schöpfen wir die Ideen für neue Orgelkonzepte.

Die im Rheinland im 18. Jahrhundert tätig gewesene Orgelbauerdynastie König und deren Nachfolger haben den Stil, in dem Weimbs Orgelbau heute Instrumente konzipiert, wesentlich geprägt. Er zeichnet sich durch Dispositionen aus, die eine breite Basis von 16′-, 8′- und 4′-Stimmen mit hoch ausdifferenzierten Klangnuancen besitzen. Auch die schmetternden Zungenregister in französischer Bauweise haben in unseren Werken einen hohen Stellenwert. – Gerne experimentieren wir darüber hinaus mit Klangfarben anderer Orgellandschaften, etwa aus Italien oder der Tradition Englands und Amerikas. Von der Kombination verschiedener Orgeltypen lassen wir uns immer wieder faszinieren und verschmelzen sie zu neuen Klangkörpern.

Über eine Orgel bzw. über den Raum, in dem sie stehen wird, zu philosophieren heißt schlicht: nachdenken – nachdenken über ein meist noch nicht vorhandenes Ganzes aus Technik, Architektur und Klang. Es gilt, Gesetzmäßigkeiten des Raumes, in dem die Orgel stehen wird, heraus zu finden, seine Akustik in ihren Details, die Gerüche und die Lichtführung wahrzunehmen. Diese Erkundungen und Eindrücke sind Voraussetzungen für eine umfassende weitere Planung.

Arbeiten wir an bereits bestehenden Orgeln, ist die Aufgabenstellung anders, jedoch keineswegs leichter. Zwar sind viele Größen gegeben, aber es erfordert viel Zeit und Vertiefung, all jene oft verborgenen Details zu erkennen, die unsere Vorgänger in einem ganz anderen Kontext erdachten.

Ist – wie etwa bei einem Kirchenneubau – noch nicht einmal der Raum vorhanden, dann kommt es besonders auf die gute Zusammenarbeit mit Architekten und Akustikern an. Wir stehen seit jeher in enger Zusammenarbeit mit den planenden Gremien als konstruktiver Partner zur Verfügung. Somit kann das Team von Weimbs Orgelbau auch auf diesem Gebiet auf sehr viele positive Erfahrungen und Erfolge verweisen.

Der Orgelbau steht in gewisser Weise in einem Widerspruch zu sich selbst. Die Orgel ist ein historisch gewachsenes, über Jahrhunderte entwickeltes Instrument. Insoweit erscheinen Orgelbauten auch heute zunächst im Licht des Historismus. Gleichzeitig bauen wir aber Orgeln im Zeitalter von Computern. Was beim Bau von Streichinstrumenten oder bei der im Klavierbau überschaubareren Technik kaum unvorstellbar ist, wurde im Orgelbau geradezu zur Regel: Er ist seit jeher offen für die Einflüsse der jeweils aktuellen Technik. Dazu mag auch die Größe des Instruments beigetragen haben. Um die Jahrhundertwende wurden Pneumatik und Elektrik wichtige Bestandteile der damals modernen Orgel. Heute nehmen hoch spezialisierte elektronische Systeme diese Stellung zur Steuerung von Ton- und Registertraktur sowie vielen Sonderfunktionen ein.

 

Den richtigen Weg …

 

Es gilt also, innerhalb dieser beiden Pole – historische und fortschrittliche Orientierung – immer wieder neu und für jede Orgel individuell den richtigen Weg zu finden. Das ist die „Philosophie“ aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Weimbs Orgelbau.

Für die Zukunft wünschen wir uns weiterhin Offenheit unserer Partner und Vertrauen in den qualitativ hochwertigen Orgelbau, denn nur er bringt uns zum Ziel – zu einem technisch, architektonisch und vor allem klanglich hervorragenden Ergebnis.

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