— Restaurierung der Orgel der Gebrüder Rieger, Jägerndorf (Tschechien) —
St. Blasius nimmt bis heute einen ganz besonderen Platz im Herzen der Menschen von Dubrovnik ein. Als Schutzpatron der historischen Stadt wird er jedes Jahr mit feierlichen Prozessionen, wehenden Fahnen und festlichen Zeremonien geehrt.
Der 3. Februar, der Gedenktag des Heiligen Blasius, wird in Dubrovnik bereits seit mehr als tausend Jahren gefeiert und zählt zu den wichtigsten Traditionen der Stadt.
Der Legende nach rettete St. Blasius Dubrovnik im Jahr 971 vor einem Angriff der Venezianer. In der Nacht vor dem 3. Februar ankerten venezianische Kriegsschiffe vor den mächtigen Stadtmauern. Unter dem Vorwand, Vorräte für ihre Weiterreise in den Osten zu benötigen, betraten venezianische Seeleute die Altstadt. Doch ihr wahrer Plan war ein anderer: Sie wollten Dubrovnik erobern und dem venezianischen Reich einverleiben.
Verkleidete Spione beobachteten heimlich die Verteidigungsanlagen der Stadt, zählten die Wachen und erkundeten die militärische Stärke Dubrovniks. Was sie jedoch nicht wussten: Auch sie selbst wurden beobachtet.
Am Abend des 3. Februar machte sich ein Priester auf den Weg durch die engen, gepflasterten Gassen der Altstadt zur St.-Stephans-Kirche. Dort angekommen bemerkte er überrascht, dass die Kirchentür offenstand. Als er eintrat, erschien ihm ein alter Mann in bischöflicher Kleidung – mit Mitra und Bischofsstab. „Warnt die Stadtväter. Die Venezianer planen einen Angriff“, sprach der Fremde aus der Dunkelheit. Der erschrockene Priester fragte nach seinem Namen. Die Antwort lautete: „Blaise.“
Der Priester erkannte sofort den Ernst der Lage und informierte umgehend die Verantwortlichen der Stadt. Noch in derselben Nacht wurden die Wachen verstärkt, die Stadttore geschlossen und die Verteidigung vorbereitet. Den Venezianern wurde schnell klar, dass ihr Plan entdeckt worden war und der Überraschungsangriff gescheitert war. Sie zogen sich zurück und verließen Dubrovnik so schnell, wie sie gekommen waren.
Die Stadt war gerettet.
Seitdem gilt St. Blasius als Beschützer Dubrovniks und als Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit. Im Jahr 1026 wurden schließlich die Reliquien des Heiligen nach Dubrovnik gebracht – in die Stadt, die ihm bis heute ihre Freiheit verdankt.
Das Pedal und das Hauptwerk befinden sich auf der Orgelempore. Das Positiv ist in einem separaten, später hinzugefügten Orgelgehäuse untergebracht und zusammen mit dem Spieltisch hinter dem Altar positioniert.
Die Doppelfaltenbälge wurden an mehreren Stellen notdürftig abgedichtet und müssen daher grundlegend restauriert werden. Einige Windkanäle bestehen aktuell aus flexiblen Kondukten, die im Zuge der Arbeiten durch fachgerechte Holzkanäle ersetzt werden.
Klanglich ist das Instrument derzeit unausgewogen und wird deshalb grundlegend neu intoniert. Um die musikalischen Möglichkeiten der Orgel zusätzlich zu erweitern, wird das II. Manual um eine Oboe 8’ ergänzt.
Die Fertigstellung des Projektes ist für 2027 geplant.
Ein Erinnerungsfoto an die feierliche Vertragsunterzeichnung
von links nach rechts: Herr Ante Kneṧaurek – Frau Perica Milković – Herr Maro Kapović –
Pfarrer Ivica Pervan, Generealvikar und Rektor der Kirche St. Blasius – Herr Frank Weimbs – Frau Božena Popić Kurtela



