— Teilrestaurierung —

 

Die Orgel der Pfarrkirche St. Mauritz im Münster ist ein Werk des Münsteraner Orgelbauers Friedrich Fleiter aus dem Jahre 1882 mit Verwendung von Pfeifenmaterial aus der Vorgängerorgel aus dem Jahre 1833 des westfälischen Orgelbauers Kersting. Sie ist das kunsthistorisch wertvollste Instrument der Stadt Münster.

Nach verschiedenen Renovierungen und unfangreichen Reparaturen erfolgte in den Jahren 2000 bis 2002 eine aufwendige Restaurierung/Rekonstruktion durch die Firma Seifert aus Kevelaer.

Schimmelbefall und deutliche Windprobleme waren ausschlagebend das Instrument 2021/22 erneut einer Teilrestaurierung zu unterziehen.

Mit Hilfe eines zusätzlichen Parallel-Faltenbalgs und einer geänderten Kanalführung wurde der Wind stabilisiert und die Versorgung mit der entsprechend benötigten Windmenge sichergestellt. Die Windlade des Pedalwerks war in den Nachkriegsjahren eingebaut worden. Die Materialwahl und auch die Mensuren dieser Windlade waren derart schlecht, dass von uns eine neue Windlade gefertigt werden musste. Auf Grund der geänderten Windladenteilung wurde auch die gesamte Tontraktur zwischen Spieltisch und Pedalwindlade erneuert.

Die Zusammenführung der tiefen Oktave bei der Gamba 8′ und der Hohlflöte 8′ wurde aufgegeben. Die Gamba 8′ verfügt nun über eine eigene tiefe Oktave in Haskell-Bauweise. Beim Prinzipalbass 8′ im Pedal waren die Kernfasen in Folge der vielfachen Intonationen zum Teil derart stark in Mitleidenschaft gezogen, dass wir einige Exemplare erneuern mussten. Dem 2002 von Seifert gelieferten Geigenprincipal 8′ fehlte im Bass die erforderliche Energie. Daher wurden diese Pfeifen ebenfalls in Haskell-Bauweise erneuert. Zudem wurden noch ein Tremulant und ein Zimbelstern hinzugefügt. Abschließend wurde das gesamte Orgelwerk intoniert. Als historische Temperierung wurde Frischknecht 2 ausgewählt.

 

einige Impressionen aus der Bauphase