— Restaurierung der Klais-Orgel von 1940 —
Mit ihrer markanten Silhouette prägt die katholische Rosenkranzkirche in Bad Neuenahr seit mehr als einem Jahrhundert das Stadtbild. In unmittelbarer Nähe des Rathauses gelegen, ist sie mit ihrem 65 Meter hohen Glockenturm, den zahlreichen kleinen Türmen und den vielgliedrigen Dachlandschaften schon von weitem sichtbar. Der Bau der Kirche begann im Jahr 1898 nach Plänen des Architekten August Menken.
Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021 traf auch die Rosenkranzkirche schwer und hinterließ erhebliche Schäden am Kirchengebäude und seinem Innenraum. Davon betroffen war ebenso die Klais-Orgel aus dem Jahr 1940 mit der Opus-Nummer 953. Bereits unmittelbar nach Beginn der Säuberungsarbeiten wurde das Instrument weitgehend demontiert und gesichert eingelagert. In den darauffolgenden Jahren wurden die Grundlagen für die Sanierung der Kirche und die Restaurierung der Orgel erarbeitet.
Da die Maßnahme im Wesentlichen aus Mitteln der Fluthilfe finanziert wurde, konzentrierten sich die Arbeiten auf die sorgfältige Sanierung und Restaurierung der vorhandenen historischen Substanz.
In unserer Werkstatt in Hellenthal wurden die Doppelfaltenbälge grundlegend überarbeitet, neu beledert und neu papiert. Auch die beschädigte Papierung der Windkanäle wurde vollständig erneuert.
Im Bereich der Windladen erfolgte eine umfassende Restaurierung. Sämtliche Tonkegel wurden ausgebaut, alle Teile sorgfältig gereinigt und die Kegelsitze nachgearbeitet. Anschließend wurden die Kegel neu eingepasst; ein Teil von ihnen erhielt darüber hinaus eine neue Belederung. Auch die Registerventile wurden gereinigt und neu beledert. Die Belederung der großen Registerschaltbälge wurde vollständig erneuert. Sämtliche Membranen sowie die Ton- und Registerrelaismagnete wurden ersetzt.
Das gesamte Pfeifenwerk wurde innen und außen schonend feucht gereinigt. Nach der Restaurierung der Stimmvorrichtungen konnten alle Pfeifen für die erforderliche Nachintonation vorbereitet werden.
Auch der Spieltisch wurde aufwendig restauriert. Die Registerwippen, deren Beschriftung kaum noch leserlich war, wurden erneuert. Ebenso wurden die Beläge und Garnierungen der Klaviaturen erneuert. Da auch die Trittanlage nur noch eingeschränkt funktionstüchtig war, wurde sie vollständig überarbeitet.
Im Zuge der Arbeiten wurde außerdem eine einfache Setzeranlage integriert, um den praktischen Anforderungen an das große Instrument gerecht zu werden. Dabei war es ein wesentliches Anliegen, die originalen Funktionen der Orgel, insbesondere die freien Kombinationen, zu erhalten. Durch die Ergänzung einer Windlade mit zwölf Pfeifen C–H einer Quinte 10 2/3′ konnte zudem ein zusätzlicher Untersatz 32′ für das Pedalwerk realisiert werden.
Im Februar 2026 konnten die Intonationsarbeiten abgeschlossen und die Orgel wieder in den Dienst der Gemeinde gestellt werden. Damit kehrte nicht nur ein bedeutendes Instrument an seinen Platz zurück, sondern auch ein wichtiger Teil des musikalischen und liturgischen Lebens der Rosenkranzkirche.

